Paddel

… der Motor in unseren Händen!


Es wird viel über die Bedeutung von Board Shapes (Brettformen) gesprochen, dabei fristet bei vielen das Paddel ein Schattendasein. Dabei ist seine Form, Größe und sein Material entscheidend.

Viele SUPler benutzen ihr erstes Paddel, oft aus einem Komplettangebot, lange weiter. Diese, meist sehr einfachen Paddel aus Auluminumschaft und Nylonblatt, sind dabei wenig optimal oft zu schwer, nicht steif genug, zu anfällig für Oxidation und äußere Beschädigungen.

Wenn man bedenkt, dass man auf einem Kilometer ca. 500 – 600 mal das Paddel zum Bug schwingt, ist  ein Gewichtsunterschied von 100 Gramm schon erheblich. Bedenkt man weiter, dass ein weniger steifes Paddel sich gerade in der Phase der optimalen Krafteinleitung erst einmal anfängt zu biegen, also dynamische in kinetische Energie umsetzt, und diese erst wieder umwandelt, wenn die Umsetzung weniger optimal ist, ergibt sich daraus ein deutlicher Leistungsunterschied.

Ebenso sollte, nachdem sich ein Paddelstil ausgebildet hat, die korrekte Blattgröße gewählt werden.

Daher wollen wir uns dem Paddel hier intensiver widmen!

SUP Paddel sind aufgebaut wie herkömmliche Paddel aus dem Kanusport.

Generell besteht es aus 3 Bereichen:

  • Griff
  • Schaft
  • Paddelblatt

Der Paddelgriff

Im SUP Bereich hat man sich über die Jahre auf den T-Griff eingespielt. Diesen gibt es von der Form in zwei unterschiedlichen Ausführungen:

  1. Ein symmetrischer T-Griff
  2. Der ergonomische Griff

Den symmetrischen Griff findet man fast nur bei preisgünstigen Paddeln. Die Griffe sind zumeist aus einfachem Kunststoff, selten bei teureren Race Paddel allerdings aus Carbon. In diesem Segment stirbt der symmetrische Griff allerdings auch langsam aus.

Da sie symmetrisch sind, muss man nicht darauf achten, wie herum sie zum Blatt stehen.

Der ergonomische Griff ist asymmetrisch, so dass er gut in der Hand liegt. Als Materialien kommen hier oft Carbon (aus Gewichtsgründen), höherwertige Kunststoffe und vor allem auch gut griffige feste Schäume als Belag zum Einsatz. Ein ergonomischer Griff ist für die Hand wesentlich angenehmer und ermüdungsfreier. Man sollte allerdings im Shop wirklich ausprobieren, ob sich der Griff gut anfühlt und gut in die Handinnenfläche passt.


Der Paddelschaft

Der Paddelschaft überträgt die Kraft auf das Paddelblatt, was dann hoffentlich zum Vortrieb führt. Das heißt aber, dass hier auch die größte Kraft wirkt und durch die Länge ist es auch noch kombiniert mit einem langen Hebel. Dies stellt besondere Anforderungen an die Stabilität und Steifigkeit des Schafts.

Hinzu kommt, dass sich bei einem Variopaddel im Schaft die Längenverstellung befindet. Es muss beim Material also die richtige Mischung aus Stabilität und Gewicht gefunden werden. Drei Materialien sind zur Zeit für den Schaft gängig:

  • Aluminium
  • Glasfaser (GFK)
  • Carbon

Dazu kommt noch der Hybrid aus Glasfaser und Carbon mit unterschiedlich hohem Carbon-Anteil.

Aluminium

Paddel mit Alu-Schaft sind sehr preisgünstig und robust. Daher werden sie oft in Komplettpaketen verkauft. Dazu kommt eine relativ gute Steifigkeit. Die Nachteile liegen im hohem Gewicht und in der Wahrscheinlichkeit, dass Aluminium vor allem mit Salzwasser korrodiert.

Aluminium Paddel eignen sich für den Einstieg, für Gelegenheits-SUPler und für raue Bedingungen, wie z.B. im Wildwasser.

Glasfaser und Glas-/Carbon Hybrid Paddel

Glasfaser ist, wenn es wie heute mit einem geringen Harzanteil verarbeitet wird, eine ideale Mischung, um strapazierfähige, leichte und ausreichend steife Paddelschäfte zu produzieren. Durch die Verbindung mit einem Carbonanteil (zwischen 30% – 80%) kann die Steifigkeit erhöht werden, bei immer weniger Gewicht. Diese Paddel sind absolute Allrounder und bewegen sich preislich im mittleren Preissegment.

Carbon

Hier haben wir die leichtesten und auch steifsten Paddelschäfte überhaupt. Leider auch die Teuersten und Edelsten. Allerdings: Wer einmal eine längere Tour mit einem 100% Carbon Paddel gemacht hat, wird jedes Gramm weniger beim Paddel zu schätzen wissen. Auch, dass aufgrund der Steifigkeit das Paddel so beim Zug sofort seine Kraft entfaltet und nicht erst die Energie in das Durchbiegen des Schafts (Flex) vergeudet wird.

Wer also SUP als Sport sieht, längere Touren macht, surft oder Rennen fährt, der kommt an dem Carbon Paddel nicht vorbei.

 


Das Paddelblatt

Beim Paddelblatt sind erst einmal 2 Dinge zu beachten:

Kantenschutz
  1. Größe des Blatts. Diese wird in Square Inches angegeben. hier aber nicht verrückt machen, denn für die meisten Paddler ist eine Größe von 85 SqInch absolut in Ordnung. Für Wellen oder auch für leichte Frauen empfehlen sich 75 SqInch.
  2. Das Material. Hier ist zum einen das Gewicht entscheidend, zum anderen die Robustheit. Wer in flachen Gewässern mit Steinboden paddelt, wird sicher nicht ein Carbon Paddel nehmen, wer lange Touren SUPt bestimmt nicht das schwerere PE Blatt.

Bei der Wahl der Blattgröße ist der Paddelstil zu beachten und auch der Einsatz. Generell gilt erst einmal, wer mit schnelleren, kurzen Zügen paddelt, wird eher ein kleineres Blatt (75 – 85 SqInch) bevorzugen, bei langen, kräftigen Zügen ist ein größeres Blatt gefragt (85 – 95 SqInch). Ebenso gilt dies für das Fahrergewicht: Je leichter, umso kleiner das Blatt.

Wenn man ein Paddelblatt aus Carbon oder Glas kauft, sollte man darauf achten, dass dieses einen umlaufenden Kantenschutz hat.

Diesen erkennt man, wenn man sich das Blatt seitlich ansieht, an einer dünnen, umlaufenden Kunststoffkante. Diese schont das Blatt auch vor den Berührungen mit dem Board.

Vario oder fest?

Feste, also einteilige Paddel, sind stabiler und leichter. Ganz klar! Aber man muss sich von Anfang an über die Paddellänge im klaren sein. Kürzen geht immer, aber ein angepasstes Paddel kann man nicht wieder verlängern.

Im normalen Gebrauch wird ein Vario-Paddel immer besser sein. Denn selbst beim Fahren ist die Längenanpassung mit einem  Handgriff erledigt. Egal für welches Verstellsystem man sich entschieden hat. Aber auch unterschiedliche Wasserbedingungen, unterschiedliche Boards können zur Längenanpassung führen. Und natürlich, wenn man sich ein Paddel mit anderen teilt. Bei den Vario-Paddeln kommen in den letzten Jahren zunehmend sogenannte Anti Twist Systeme auf, welche es ermöglichen die Länge schnell zu verstellen, ohne dass sich die Stellung des Griffs zum Paddelblatt ändert. Dies ist auf dem Wasser sehr angenehm, weil man schnell die Länge ändern kann, ohne dass man hinterher prüfen muss, ob Blatt und Griff noch parallel stehen.

Wer ein iSUP sein Eigen nennt, steht nun noch vor der Wahl eines 2- oder 3-teiligen Paddels. Das 3-teilige Paddel hat den Vorteil, dass es mit in der iSUP Tasche zusammen mit dem Board verstaut werden kann. Das 2-Teilige muss separat transportiert werden. Dem steht aber wieder der spürbare Unterschied beim Gewicht und der Stabilität gegenüber. Auch hier stellt sich die Frage danach, was einem wichtiger ist.

Zusammenfassung 😉

Zusammenfassend kann man sagen, dass die beste Empfehlung für den Kauf eines Paddels, die Hybrid Glas-Carbon-Paddel sind. Vom Preis-/Leistungs-/Gewicht-/Steifigkeitsverhältnis sind diese, insbesondere als 2- oder 3-teilige Paddel unschlagbar.
Ebenso bei der Wahl zwischen einteiligen (festem) Paddel und dem Vario-Paddel, wäre für die meisten, ein 2-teiliges Vario-Paddel die beste Wahl, eben aus den oben genannten Gründen.

Unsere Empfehlung ist als Sieger im Preis-/Leistungsverhältnis: Das Naish Performance.

 

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